Wasserspiegel

Das Haus Nummer 100, der Rohbau, steht direkt ander Stresemannstraße, die an dieser Stelle eine leichte Steigung hat. Durch die Frontfenster läßt sich der unablässige Strom der Autos beobachten.

Auf diesen Fensterscheiben, im ersten Stockwerk, ist eine Reihe von Fotografien angebracht. Sie sind aus durchscheinendem Material und zeigen als erstes Motiv-Merkmal die feinen Rasterstreifen eines Bildschirms. Erst bei näherer Betrachtung entscheidet sich das jeweilige Bild zwischen Landschaftsaufnahme, Seestück oder einer wahrscheinlich badenden Frau.

Je kürzer die Distanz zum Bild ist, umso stärker geraten die dahinter liegende Straßenlandschaft und die vorbeifahrenden Fahzeuge mit ins Blickfeld. Links und rechts fahren sie herein und hinaus, ohne sich an die vorgegebene Horizontlinie zu halten. Die Größenverhältnisse von Körper und Auto geraten aus der Proportion, untermalt vom durchgängigen Rauschen des Straßenverkehrs.

Vor den Fensterscheiben hängen noch die nassen Bauplanen.
Ihre Wassertropfen verdoppeln die abgebildeten Tropfen, sie werden zu einem Teil des Bildes und verankern die durch die Fotografie hervorgerufene Vorstellung direkt in der Realität.

Die ursprüngliche Konzeption, wie sie an die Bewohner/innen ging,
können Sie sich als PDF anschauen und ausdrucken ...

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