Ein Richtfest findet immer auf der Baustelle und zur Arbeitszeit statt, und zwar nach Mittag, damit alle den Richtspruch und den Umtrunk miterleben können, denn man bringt sich an dem Tag kein Mittagsbrot mit bzw. geht nicht in ein Gasthaus zum Mittagessen, heißt es in einer Definition und es findet statt, wenn der Rohbau den Dachstuhl erhalten hat. Heute wird das nicht mehr unbedingt ganz so streng gesehen: Der Dachstuhl fehlt aber zu diesem Zeitpunkt in der Strese100 noch.

... um Gottes willen ...

Bevor es jedoch zum Richtschmaus geht, wird zum Dank an alle Beteiligten und mit der Bitte um Gottes Segen der Zimmermannsspruch (oder: die Kranzrede) aufgesagt. Die Verse sind dabei verschieden, reimen sich aber im Regelfall. Als Höhepunkt jeder Kranzrede wird ein Gefäß mit Trinkbarem vom Dach geworfen und das hört sich dann eventuell so an:

Nun nehme ich froh das Glas zur Hand,
gefüllt mit Sekt bis an den Rand,
und mit dem feurigen Saft der Reben
will jedermann die Ehr ich geben,
wie sich nach altem Brauch gebührt,
wenn so ein Bau ist ausgeführt.

... und so weiter und so weiter. Nachdem das Trinkbare dann in die Tiefe gerauscht ist, wird der Richtkranz aufgesetzt (in unserem Fall am Krahn hochgezogen, an dem er dann mangels Bedachung hängen blieb).

Sabine Kramer hat nun auch all der anderen möglichen Götter gedacht, die heute so in unseren Köpfen spuken und eine persönlich ausgearbeitete Erscheinungsform ans Geländer gehängt, damit die guten Wünsche in allen erdenklichen Fällen in die Hausgemeinschaft fließen ...

Die ursprüngliche Konzeption, wie sie an die Bewohner/innen ging,
können Sie sich als PDF anschauen und ausdrucken ...

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