Bestandsaufnahme am Fenstersims

Wie führt man einen neuen Projektraum in einer Umgebung ein, die bislang von "Kunst" fast unbeleckt ist?
Da bietet sich eine Bestandsaufnahme des Umfeldes an, genauer, des wechselseitigen Wahrnehmungsstatus zwischen den Anwohner/innen.

Den Blick in die Welt des Anderen finden die Anwohner auf ihren Wegen durch die Straße über die Fenstersimse. Sie sind Auge und Schaufenster zugleich, Elemente an der Grenze des öffentlichen Raums, durch die man sieht und gesehen wird.

Mit der Installation aus Grafiken von markanten Fensterpartien im Braußpark - die zugleich eine Grundmöblierung für das "Hamburger Waschhaus" schafft - finden die Besucher einen Blick auf ihre Straße aus dem Augenwinkel heraus, erkennen vielleicht einzelne Element wieder, wundern sich über andere, die sie noch nie gesehen haben, obwohl sie sein Monaten oder gar Jahren fast täglich daran vorbei gehen.

Die Grafiken basieren auf Fotos, die durch einen Türspion gesehen verfremdet sind, also mittels eines Mediums für den Panoramablick nun Details zeigen - ein Paradox. Doch ebenso paradox ist es, die entferntesten Gestade unserer Erde aus Büchern und Filmen zu kennen, aber die kleinen Feinheiten unserer direkten Umgebung regelmäßig auszublenden. Wer eine andere Wahrnehmungs- und Handlungskultur transportieren will, muss sich vielleicht zunächst um den Tunnelblick kümmern, der unser aller Alltag bestimmt ...

Die ursprüngliche Konzeption, wie sie an die Bewohner/innen ging,
können Sie sich als PDF anschauen und ausdrucken;

den Bauplan für die Möblierung finden Sie dort als PDF;
die in der Installation montierten Rahmen stammen aus dem "treppenspiel 2",
das 2006 in der Wachtelstraße 75 und 81 stattfand: "Schlafende Kamera".

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Ulrich Mattes
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